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Familiendatenbank Sehnrath
500 Jahre Familiengeschichte im Rheinischen Braunkohlerevier
Links: Ausschnitt aus Karte der Bürgermeisterei Sindorf (1827). Quelle: Stadtarchiv Kerpen, Lizenz: CC BY-NC-SA, nat.museum-digital.de/object/1017815
Enthält: Dorf Sehnrath - siehe OpenStreetMap Zeitraum: 1874-1888 (wird fortlaufend erweitert)
Zur Ortsgeschichte Sehnrath liegt in der fruchtbaren Jülich-Zülpicher Börde. Im Jahre 1284 wird "Synrode" erstmals urkundlich erwähnt, aber schon 1220 taucht der Name "Rode" in Verbindung mit "Sindorp" auf. Sehnrath war nie ein eigener Ort, sondern stets Teil der Gemeinde Sindorf. In den Sindorfer Kirchenbüchern wird Sehnrath erst ab 1831 eigens ausgwiesen, vorher wurde nicht zwischen Sindorf und Sehnrath unterschieden. Auch die preußischen Gemeindelexika führen Sehnrath immer als Wohnplatz innerhalb der Gemeinde Sindorf auf. Die 1841 eröffnete Bahnstrecke Aachen-Köln bewirkte eine Veränderung des bis dahin rein landwirtschaftlich geprägten Dorfes. Um 1900 bestand die Ortschaft fast ganz aus Eisenbahnarbeitern. Ein großer Teil dieser Leute war als Rangierer, Weichensteller usw. am Kölner Güterbahnhof beschäftigt. Ihre soziale Lage war gut zu nennen. Sie hatten abwechselnd Tag- und Nachtdienst und bewirtschafteten in der freien Zeit ihren kleinen Besitz. Weitere Arbeitsmöglichkeiten bot der zunehmende Braunkohletagebau. Teilweise hatten die Arbeiter recht lange Wege zurückzulegen. Sie mussten in frühester Morgenstunde ca. 4 km zum Bahnhof nach Kerpen laufen, um den Zug zu bekommen, der sie rechtzeitig in die Brikettfabriken brachte. Erst 1912 wurde ein Bahnhof in Sehnrath eröffnet. Der erhoffte Aufschwung für die finanzschwache Gemeinde Sindorf ließ nicht lange auf sich warten: Eine Firma für Spiegelglasmanufaktur, die "Rheinische Glaswerke", kaufte am Bahnhof 27 Morgen Land und baute eine Fabrik. Damit bot sich für viele Sehnrather, die bisher fast nur in der Braunkohle und bei der Eisenbahn beschäftigt waren, nahe und damit günstige Arbeitsplätze. Die Sindorfer Glashütte bestand bis 1978. Im 20. Jahrhundert wurde der Abbau der Barunkohle immer weiter intensiviert, um in Kraftwerken den Strom für die stetig wachsende Großstadt Köln zu liefern. Der Braunkohletagebau wirkte maßgeblich landschaftsverändernd. Einige Orte in der Umgebung mussten dem Tagebau weichen. Nach dem 2. Weltkrieg hat sich die Einwohnerzahl vervielfacht. Sehnrath ist inzwischen mit Sindorf zusammengewachsen. 1975 wurde Sindorf (mit Sehnrath) in die Stadt Kerpen eingemeindet. Obere Verwaltungszugehörigkeit: Bis 1794: Herzogtum Jülich. - 1794 von Frankreich besetzt, 1798-1814 Teil des Département de la Roer. - 1815-1946: Preußen, Provinz Jülich-Kleve-Berg (1815-1822) bzw. Rheinprovinz (1822-1946). - Seit 1946: Land Nordrhein-Westfalen Untere Verwaltungszugehörigkeit: Im 18. Jahrhundert: Herrschaft Hemmersbach. - 1798-1814: Canton Kerpen. - 1816-1975: Kreis Bergheim. - Seit 1975: Erftkreis, 2003 in Rhein-Erft-Kreis umbenannt Quellen:
Personenstandsquellen
Katholische Kirchenbücher ... Duplikate der Kirchenbücher ... Militärkirchenbücher ... Evangelische Kirchenbücher ... Juden ... Dissidenten ... Zivilstandsregister ... Standesamtsregister Im Zuge des "Kulturkampf" wurden im gesamten Deutschen Reich am 1. Januar 1876 Standesämter eingerichtet. Sehnrath gehörte zum Standesamt in Sindorf. Die nicht mehr der gesetzlichen Schutzfrist (Geburten 110 Jahre, Heiraten 80 Jahre, Sterbefälle 30 Jahre) unterliegenden Standesamtsregister können im Stadtarchiv in Kerpen eingesehen werden. Jüngere Jahrgänge liegen noch im Standesamt in Kerpen. Zweitschriften der Standesamtsregister Die Zweitschriften der Standesamtsregister von 1876 bis 1938 werden von dem an der Abteilung Rheinland des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen angesiedelten Personenstandsarchiv Rheinland (Duisburg) verwahrt. |
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Letzter Stand Familiendatenbank Sehnrath: 07.01.2026 Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons - Namensnennung 4.0 International Lizenz
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