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Ortsfamilienbuch Seifersdorf

Das Dorf Seifersdorf (heute Msciszów) liegt ganz im Westen Schlesiens etwa 9 km nordöstlich der Stadt Lauban (Luban). Die Stadt Görlitz -und damit die heutige deutsch-polnische Grenze- liegt etwa 35 km entfernt in westlicher Richtung.

Gemeinde und Gutsbezirk Seifersdorf bildeten bis 1945 den XVI. Amtsbezirk des Landkreises Bunzlau, Regierungsbezirk Liegnitz in Niederschlesien. Im Jahre 1939 umfasste die (mehrheitlich evangelische) Einwohnerschaft 929 Personen. Heute gehört Seifersdorf (Msciszów) zum polnischen Landkreis Lauban (Powiat Lubanski).

Die Gründung des Ortes erfolgte im 13.Jahrhundert im Rahmen der Ostkolonisation durch Siedler aus dem fränkisch-thüringischen Raum. Hierzu wurde der Wald gerodet und ein -für den Kreis Bunzlau typisches- Waldhufendorf angelegt. Am Seifenbach entlang läuft die Dorfstraße, rechts und links liegen die Gehöfte, aus denen die Feldwege jeweils nach hinten in die Feldflur führen. So ergibt sich das typische Landschaftsbild, bei dem die Felder in langen Streifen nebeneinander liegen. Durch die Kollektivierung der Landwirtschaft nach dem Kriege ist diese Eigenart heute verschwunden.

Der Ortsname Seifersdorf leitet sich vermutlich von dem Personennamen –Siegfried- seines Gründers oder Lokators ab. In einem Dorfverzeichnis aus dem Jahre 1233 wird erstmalig ein Sifridisdorf genannt. Diese Bezeichnung wird auch in einer Urkunde aus dem Jahre 1254 genannt. Danach verleiht ein Wittigo von Gripfenstein 4 M. als Zinsteile dem Kloster in Naumburg am Queis.

Weitere Kunde über die Geschichte Seifersdorfs, beziehungsweise des Seifersdorfer Dominiums, enthält Sutorius`  Chonik von Löwenberg:

Anno 1438 sollen die beiden Brüder Hans und Franz Sturm oder Storm das Gut besessen haben. Die Sturm waren ein altes schlesisches Adelsgeschlecht, das seit dem Jahre 1411 in Seifersdorf saß und von dort im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts nach Bullendorf in der Herrschaft Friedland in Böhmen übersiedelte, nachdem sie ihr Seifersdorfer Rittergut an die Herren von Nostitz aus dem benachbarten Neuland verkauft hatten.

1654 war die Witwe des ersten Grafen von Nostitz –Sophie von Nostitz- Grundbesitzerin von Seifersdorf. Bereits sechs Jahre später, also 1660, war der Grundherr ein Otto Freiherr von Nostitz, der neben Seifersdorf noch Rokitnitz, Herzogswaldau, Prosen bei Jauer und Lobris besaß.  1764 hat ein Graf von Nostitz-Rhineck das Herrschaftshaus in Seifersdorf erbauen lassen.

Im Besitz dieses Zweiges der von Nostitz blieb Seifersdorf bis zum Jahre 1833, in diesem Jahre kaufte es der Reichsgraf zu Lippe-Weißenfels-Detmold. Dieser verkaufte es bereits 1839 an den General der Kavallerie Graf von Nostitz auf Zobten am Bober bei Löwenberg. 1842 ging Seifersdorf an den ehemaligen König von Holland, Wilhelm Friedrich, den Grafen Nassau. Dessen Gemahlin vererbte es kurz darauf ihrem Sohn dem Prinzen Friedrich der Niederlande. Dieser starb 1881 und nun gingen die Güter in das gemeinschaftliche Eigentum der Wilhelmine Friederike Anna Elisabeth Maria Fürstin zu Wied, geb. Prinzessin der Niederlande und der Luise Josephine Eugenie, Kronprinzessin von Dänemark, geb. Prinzessin von Schweden-Norwegen über. Diese verkauften die Herrschaften Neuland und Seifersdorf 1884 an den Rittergutsbesitzer von Wietersheim auf Neuhof  (Kr. Striegau). Dessen Familie schließlich verkaufte die Güter in Seifersdorf  1934 an eine Siedlungsgesellschaft.

Am Kriegsende wurde Seifersdorf  in großen Teilen zerstört. Ende Februar 1945 war die Rote Armee von Nordosten kommend bis Lauban vorgestoßen, wurde aber von Wehrmachtsverbänden gestoppt und bis auf eine Linie Günthersdorf – Logau – Seifersdorf zurückgedrängt. Während dieser heftigen Kämpfe wechselte Seifersdorf mehrfach den Besitzer und verlor dabei den Großteil seiner Bausubstanz.

Die deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vor den Kämpfe schon vorher geflohen ist, in den Jahren bis 1947 planmäßig vertrieben und durch Polen ersetzt.

Zum Ortsfamilienbuch selbst: Als Datenquelle für die Erstellung des Buches dienten im Wesentlichen die standesamtlichen Unterlagen (Geburten, Heiraten, Sterbefälle) der Gemeinde Seifersdorf die von 1874 bis zurzeit 1914 (Geburten), bzw. 1934 (Heiraten und Sterbefälle) lückenlos erhalten sind und im polnischen Staatsarchiv im Bunzlau lagern. Da in den Sterbeeinträgen meist auch die Eltern der Verstorbenen genannt werden, kann man also günstigenfalls Vorfahren nachweisen, die deutlich vor 1800 geboren wurden. Einzelne Einträge reichen noch um Einiges weiter zurück, wenn Daten aus weiter zurückreichenden Quellen übernommen werden konnten, wie zum Beispiel aus den Kirchenbüchern des benachbarten Kirchspiels Naumburg am Queis, für das bereits ein eigenes Ortsfamilienbuch existiert. Auf die einzelnen Querverbindungen zwischen beiden Büchern wird bei den entsprechenden Personendatensätzen jeweils hingewiesen. Weiterhin wurden die im Diözesanarchiv Breslau noch vorhandenen, bis ins 17. Jahrhundert zurückreichenden, katholischen Kirchenbücher der Gemeinde Seifersdorf (Taufen 1670 bis 1764, Heiraten 1663 bis 1751, Begräbnisse 1663 bis 1758) ausgewertet. Diese enthalten auch die Einträge der evangelischen Bevölkerung. Wegen der gut 100 jährigen Lücke zwischen diesen kirchlichen und den eingangs genannten, standesamtlichen Registern, ist eine Verknüpfung der Daten davor und danach nur bedingt möglich. Ob die fehlenden Bände nur verschollen oder gänzlich vernichtet sind, ist nicht bekannt. 
Schließlich werden auch die Familien-Nachrichten aus der „Bunzlauer Heimatzeitung“ ausgewertet und die Daten sukzessive ins Ortsfamilienbuch übernommen.  Bisher wurden die Jahrgänge 1952 bis 1962 erfasst, weitere folgen.

Die Nutzer der Datenbank werden gebeten den Autor auf mögliche Fehler hinzuweisen und eventuell vorhandene Ergänzungen aus eigenen Forschungen mitzuteilen.

Als Quelle für diesen Text wurde der Artikel Die Chronik von Seifersdorf verwandt, die in der Märzausgabe der Bunzlauer Heimatzeitung des Goldammer-Verlages abgedruckt wurde.

Mahlow, im Dezember 2017

Ulrich Hübner


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Ulrich Hübner