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Ortsfamilienbuch Lingen
Familienbericht


Emmanuel GRAF VON GALEN
* 06.10.1877 in Haus Göttendorf,Münster i. W.,,,,
+ 20.10.1950 in Lingen,Landkreis Emsland,Niedersachsen,Deutschland,,
Bemerkungen:(notes)
Konfession: röm. kath.
Abitur am Georgianum Lingen Ostern 1899, gewählter Beruf: Jura.
1922 erbte er das gut Beversundern von seinem Vater.
****************************************************************
Leben und Tätigkeit bis 1945 Der älteste Sohn eines Bruders des Zentrums-Reichstagsabgeordneten Ferdinand von Galen (1831-1906) besuchte die Gymnasien in Feldkirch/Österreich und Lingen. Im hochrenommierten Jesuitengymnasium Feldkirch lernte er zusammen mit seinen Cousins Clemens August von Galen (1878-1946), den späteren Münsteraner Kardinal, und dessen Bruder Franz von Galen (1879-1961). Dieser wurde später preußischer Landtagsabgeordneter der Zentrumspartei und kam als entschiedener NS-Gegner 1944 bis zur Befreiung in das KZ Sachsenhausen. Alle drei blieben ihr Leben lang eng befreundet. Emanuel von Galen studierte Jura in München, Lausanne, Kiel und Münster. Er schied nach der Referendarzeit aus dem Staatsdienst aus und übernahm das väterliche Gut Beversundern bei Lingen. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg wurde er 1920 der 3. Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Lingen und gehörte dem erweiterten Vorstand des "Emsländischen Bauernvereins" (EBV) an. Er nahm an zahlreichen Tagungen der christlich orientierten "Vereinigung der deutschen Bauernvereine" teil, in der u.a. der EBV organisiert war. Durch familiäre und freundschaftliche Beziehungen wurde Galen über Interna in zahlreichen einflussreichen Verbänden und Vereinen auf dem Laufenden gehalten. Der Jurist war ein prinzipieller Verfechter des uneingeschränkten Eigentumsrechts, so dass er sich energisch den Forderungen der Heuerlinge und ihres "Vereins Christlicher Heuerleute" nach der Ödlandsiedlung im Emsland, notfalls durch Enteignung gegen Entschädigung von Moor- und Heideflächen, stellte. Dazu engagierte er sich als Lingener Kreisvorsitzender im "Verband der Pächter und Grundeigentümer Niedersachsens". Überdies war er Vorsitzender des "Emsländischen Rennvereins", der in Lingen eine Pferderennbahn unterhielt, ein gefragter Preisrichter auf Turnieren und engagierte sich politisch. Bis zur Revolution von 1918 wohl Zentrumsanhänger, wandte sich der Aristokrat von der katholischen Partei ab, als diese verstärkt Gewerkschafter in ihre Führungsgremien aufnahm und mit der Sozialdemokratie Koalitionen schloss. 1920 als Förderer der "Deutsch-Hannoverschen Partei" (DHP) greifbar, versuchte er 1924, mit dem Kreisbauernverein Lingen einen agrarischen Kandidaten der DHP oder der Deutschnationalen Volkspartei gegen den sehr sozial eingestellten neuen Zentrumskandidaten im Wahlkreis Weser-Ems, den Reichsarbeitsminister Dr. Heinrich Brauns, zu lancieren. Dies scheiterte ebenso wie sein Versuch, 1930 den Vorsitzenden des EBV, den Landwirt und Zentrumspolitiker Heribert Schulte-Eissing aus Aschendorf zu stürzen. Die Notlage der Landwirtschaft betraf den Grafen auch persönlich, da dieser verhältnismäßig wenig Grundbesitz, darunter noch viel Wald, hatte. 1931 schloss er sich der NSDAP an, im Emsland eine Außenseiterpartei, die vom regionalen Zentrum heftig bekämpft wurde. Galens Parteizugehörigkeit war öffentlich nicht bekannt. Als sein westfälischer Standeskollege Franz von Papen, den er persönlich kannte, 1932 Reichskanzler wurde, unterstützte er diesen. 1933 im Zuge der NS-Gleichschaltung der Landwirtschaft in der Region Emsland/Bentheim zum Lingener Kreisbauernführer ernannt, wurde der Aristokrat bereits nach wenigen Wochen gestürzt, da er sich dem Landwirtschaftlichen Abschnittsfachberater der NSDAP nicht unterordnen wollte. Der als Nachrücker der NSDAP-Liste in den Kreisausschuss gelangte Galen wurde 1935 kurzfristig wegen Beleidigung des "Dritten Reichs" verhaftet und in einem spektakulären Prozess in Osnabrück zu einer Geldstrafe verurteilt. Dies hatte auch seinen Parteiausschluss zu Folge. Politische Tätigkeit nach 1945 Daher setzten ihn die Briten 1945 zum Landrat des Kreises Lingen ein. Graf Galen wurde Mitglied des ernannten Niedersächsischen Landtags vom Dezember 1946. Er schloss sich der Niedersächsischen Landespartei (NLP) an, die sich 1947 in Deutsche Partei umbenannte und im Kern eine Nachfolgepartei der DHP war. 1947 wurde Galen für die Partei, deren Kreisvorsitzender er vom August 1948 bis zum Februar 1949 war, auch in den Niedersächsischen Landtag gewählt. Er engagierte sich an führender Stelle im Deutschen Rat der Europäischen Bewegung (Europa-Union) und war Vorsitzender des wiedergegründeten Lingener Heimat- und Verkehrsvereins. http://de.wikipedia.org/wiki/Emanuel_von_Galen
Beruf: Landrat

Familien (families) Kinder (children)
1.Ehegatte:
(1st spouse)
Gabriele GRÄFIN VON BEROLDINGEN
* 1880
oo 10.10.1910 in
Sohn
 Bemerkungen:(notes)
Eltern (parents) Geschwister (siblings)
Vater:
(father)
Wilderich GRAF VON GALEN A.D.H. ASSEN
* 1850
+ 19.01.1922 in Lingen,Landkreis Emsland,Niedersachsen,Deutschland,,Beversundern
Joseph GRAF VON GALEN * 1879 in Haus Göttendorf,Münster i. W.,,,,
Max GRAF VON GALEN * 1892 in Lingen,Landkreis Emsland,Niedersachsen,Deutschland,,Beversundern
Mutter:
(mother)
Antonie REICHSFREIIN VON WEICHS ZU WENNE
* 1850

Quellen:(sources)
Die Lingener Abiturienten 1832-1933, Heft 2, Studienassesor Martin Skutella und einen Anhang von Studiendirektor Dr. Oskar Viedebantt, 1933 Verlagsdruckerei van Acken
letzte Änderung: 30.07.2007


:: Hinweis
In diesem Familienbericht sind alle Informationen über Emmanuel Graf von Galen zusammengefasst. Die aufgeführten Namen sind (sofern sie nicht dem Datenschutz unterliegen) mit Hyperlinks unterlegt und führen zu den Familienberichten der angewählten Personen
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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Heike Bund

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